Bahn-Elektrifizierung: Versäumnisse der Vergangenheit endlich mit Nachdruck anpacken

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Bahn-Elektrifizierung: Versäumnisse der Vergangenheit endlich mit Nachdruck anpacken Bernhard Roos - bayernspd-landtag.de
(BVP) Nicht einmal 50 Prozent des Schienennetzes in Bayern sind elektrifiziert - Staatsregierung hat viel zu lange die Verantwortung auf den Bund abgeschoben. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Bernhard Roos begrüßt die E-Mobilitäts-Offensive für die Eisenbahn, die das Kabinett heute beschlossen hat, macht aber gleichzeitig deutlich, dass die Initiative viel zu spät kommt und bei weitem nicht ausreicht. "Bereits 1975 kündigte die damalige Bundesbahn an, die Strecke zwischen München und Lindau zu elektrifizieren", erklärt Roos. "Es ist ein absolutes Armutszeugnis, dass es die diversen CSU-Regierungen nicht geschafft haben, die Bahn dazu zu bringen, dieses Projekt auch umzusetzen. Jetzt endlich nach jahrzehntelangem Stillstand soll die Strecke bis 2021 elektrifiziert werden. Ein Wahnsinn!" Anstatt selber aktiv zu werden, habe man immer nur mit dem Finger auf den Bund gezeigt. Zu Unrecht, ist sich Roos sicher. Schließlich ist der Bund lediglich für die Infrastruktur zuständig, die Länder für den Personennahverkehr. D.h., dass sich der Bund vornehmlich um den Fern- und Güterverkehr kümmert. Auf vielen Strecken fahren aber vorwiegend Personenzüge. "Die Staatsregierung kann und sollte auf solchen Strecken also durchaus eigenverantwortlich handeln", unterstreicht Roos.

Roos kritisiert, dass die heute vom Kabinett beschlossenen Maßnahmen bei weitem nicht ausreichen. "Ich fordere mehr BISS für BESS", so Roos, in Anspielung auf die vorgelegte "Bayerische Elektromobilitäts-Strategie Schiene" - kurz BESS. "Bayern hinkt meilenweit hinterher. Was wir jetzt brauchen, ist eine Offensive, die den Namen auch verdient. Werden die angekündigten Maßnahmen umgesetzt, wären lediglich 57 Prozent der Strecken elektrifiziert!" Es gebe viele wichtige Strecken, die nicht berücksichtigt wurden, etwa die Strecke Rosenheim - Mühldorf - Landshut - Regensburg - Hof. Roos hofft dennoch, dass die Ankündigungen der Staatsregierung kein bloßes Wahlkampfgetöse sind und kündigt an, sich in einem halben Jahr nach den Fortschritten zu erkundigen.

Roos ergänzt, dass die Elektrifizierung der Bahn auch für die Schadstoffbelastung in den Städten eine wichtige Rolle spielt. "Ich bin davon überzeugt, dass an der hohen NOX-Belastung etwa in der Landshuter Alee in München auch die Dieselloks schuld sind."
Durch die Elektrifizierung könne man außerdem mehr Haltestellen einrichten, so Roos weiter. "E-Loks beschleunigen viel schneller als Dieselloks. Dadurch können in der gleichen Zeit mehr Haltestellen angefahren werden. Ich hoffe, dass die Staatsregierung dies berücksichtigt und zusätzliche barrierefreie Bahnhöfe schafft."

Quelle: Bayern SPD Landtagsfraktion

1 Kommentar

  • Raifriend

    Nach den verheerenden Oberleitungsausfällen kommt man im Eisenbahnbundesamt (EBA) zu dem SchlussAnsicht, dass zukünftiger Bahnverkehr ohne Oberleitung zuverlässiger funktioniert.
    Die Technologien dazu sind verfügbar, angefangen von klimafreundlcihen synthetischen Kraftstoffen und Bremsenergiespeicherung für Lokomotiven bis hin zu Batterie- und Wasserstoffantrieben in Nahverkehrszügen.

    Die Elektrfzierungspolitik der letzten Jahrzehnte mit Steuermilliarden gehört endlich auf den Prüfstand.

    Raifriend Mittwoch, 24. Januar 2018 11:26 Kommentar-Link

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