Fraktion DIE LINKE fordert Umbenennung kolonialer Straßennamen

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Fraktion DIE LINKE fordert Umbenennung kolonialer Straßennamen Miriam Strunge - linksfraktion-bremen.de - red kangaroo media
(BVP) Lüderitz, Vogelsang, Leutwein, Nachtigal… – die Liste von Straßennamen, die an Protagonisten der deutschen Kolonialgeschichte erinnern, ist lang in Bremen. Verschiedene Initiativen fordern deshalb seit Jahren die Umbenennung von Straßennamen mit kolonialem Hintergrund. Die Fraktion DIE LINKE ruft das Thema nun mit dem Bürgerschaftsantrag ‚Bremer Straßennamen entkolonialisieren!‘ wieder auf. Miriam Strunge, kulturpolitische Sprecherin, erklärt: „Immer noch werden in Bremen durch Straßennamen Personen gewürdigt, die an Verbrechen im Kolonialismus beteiligt waren oder von der Ausbeutung von Land und Menschen massiv profitierten. Aus Sicht der LINKEN haben diese Personen keine Ehrung verdient. Ich frage mich, warum die Verdrängung von Kolonialherren aus dem Stadtbild nicht längst gesellschaftlicher Konsens ist. Diese Leerstelle zeigt, dass die Auseinandersetzung mit deutscher Verantwortung im Kolonialismus noch in den Kinderschuhen steckt.“  

Strunge weiter: „Ein gemeinsamer Prozess von Stadtgesellschaft, Beiräten, antikolonialen Initiativen und Politik zur Umbenennung einzelner Straßen kann ein wichtiger Anstoß sein, um sich bewusster mit der Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. Wir begrüßen, dass soeben im Beirat Schwachhausen intensiv zu dieser Frage diskutiert wurde. Gleichzeitig ist auf übergeordneter Ebene seit dem Bürgerschaftsbeschluss vom Februar 2016, der die Erarbeitung eines Erinnerungskonzeptes ‚Kolonialismus‘ vorsieht, kaum etwas passiert. Deshalb fordern wir, die Diskussion um koloniale Straßennamen erneut aufzugreifen. Wir erwarten, dass die Bürgerschaft das Signal setzt, dass wir es ernst meinen mit der Aufarbeitung bremischer Kolonialgeschichte, und alle Beiräte ermutigen, hier weiter in die Diskussion zur Straßenumbenennung zu gehen – auch wenn vielleicht Anwohner*innen davon nicht nur begeistert sind. Der Bezirk Berlin-Mitte hat die Umbenennung von drei Straßen, die Kolonialherren ehren, beschlossen. Es geht also, wenn man will!“  

Quelle: Fraktion DIE LINKE. in der Bremischen Bürgerschaft

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesVerkehrsPortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.