Ryanair-Erpressung muss scharf zurückgewiesen werden

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Ryanair-Erpressung muss scharf zurückgewiesen werden Claudia Bernhard - linksfraktion-bremen.de - F. Scheffka
(BVP) „Die Streiks bei Ryanair sind absolut berechtigt. Die Tarifsituation und die Bezahlung der Beschäftigten müssen dringend verbessert werden. Lohndumping darf kein Geschäftsmodell sein. Dass Ryanair sich nicht bewegt und stattdessen damit droht, den Standort Bremen zu schließen, ist ganz schlechter Stil und verstärkt das ohnehin ramponierte Image des Billigfliegers. Passagiere fragen sich mit Recht, ob man es eigentlich verantworten kann, mit Ryanair zu fliegen. Der Berliner Bürgermeister Michael Müller hatte sich letztes Jahr schon klipp und klar geäußert, dass Ryanair ein ‚arbeitnehmerfeindliches Unternehmen‘ mit einem ‚frühkapitalistischen Geschäftsmodell‘ ist. Irische Arbeitsverträge für alle, Crew-Löhne von 800 bis 1.200 Euro brutto, mit Zuschlägen 1.800 Euro, keine Lohnfortzahlung bei Krankheit, beliebige Versetzung innerhalb Europas: So kann das nicht bleiben. Ich erwarte, dass die Landesregierung die Erpressung mit der Schließung öffentlich zurückweist und deutlich macht: Das ist nicht die Art von Unternehmenspolitik, die wir uns für den Standort Bremen wünschen“, so Claudia Bernhard, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.

Mit Datum vom 1. Oktober 2018 hat Ryanair Piloten und Flugbegleiter angeschrieben und ihnen mitgeteilt, Ryanair werde die Zahl der Flüge verringern und ab Montag, 5. November 2018, die Standorte Bremen und Eindhoven schließen. Der Standort Weeze in NRW soll um 40 Prozent verringert werden. Dies sei eine Konsequenz der Gewinnwarnung und der jüngsten Kursverluste, an denen wiederum außer höheren Ölpreisen und der EU-Passagierrechte-Verordnung die aktuellen Streiks schuld seien. Mit den derzeitigen Streiks, an denen Piloten und Flugbegleiter in sechs europäischen Ländern teilnehmen, wollen die Beschäftigten vor allem erreichen, dass Ryanair mit ihnen nationale Tarifverträge abschließt. In Irland und Italien ist das bereits erreicht worden. In Deutschland rufen Verdi und Cockpit zu den Streiks auf.

Bernhard: „Standortschließung als Reaktion auf Streiks ist die moderne Form der Massenaussperrung und genauso inakzeptabel. Mit solchen Drohungen disqualifiziert sich Ryanair als Arbeitgeber ebenso wie als Fluggesellschaft. Die Streiks sind auch deshalb so wichtig, weil hier endlich einmal ein gemeinsames Vorgehen europäischer Belegschaften und Gewerkschaften gegen transnationale Konzerne gelingt. Gerade deshalb müssen die Lokalregierungen in Europa scharf darauf reagieren, wenn Ryanair jetzt versucht, die Beschäftigte gegeneinander auszuspielen.“

Quelle: Referent der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft

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