Wieder Autobahnunfall mit LKW / Böhme: Güterverkehr auf die Schiene verlagern, Tempo-Kontrollen ausbauen

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Wieder Autobahnunfall mit LKW / Böhme: Güterverkehr auf die Schiene verlagern, Tempo-Kontrollen ausbauen Marco Böhme - dielinke-sachsen.de - DiG - trialon
(BVP) Gestern ereignete sich auf der Autobahn 4 bei Hainichen ein schwerer Verkehrsunfall, der drei Männer das Leben kostete und zwei weitere Personen verletzte. Bisher gewonnenen Erkenntnissen zufolge war ein wohl zu schnell fahrender PKW beim Einscheren in die Parkplatzausfahrt Rossauer Wald mit einem LKW kollidiert, der dort illegal parkte.

Marco Böhme, Sprecher der Linksfraktion für Mobilität, erklärt: Schon heute sind die Autobahnen oft überfüllt – Sachsen steuert auf den Kollaps zu. Die Leidtragenden sind oft auch die Brummifahrer, für die es zu wenige sichere Standplätze gibt. Das gefährdet Menschenleben. Die Zulassung sogenannter Gigaliner wird diese Situation sicher nicht verbessern. Nötig ist verkehrspolitisches Umdenken: Güterverkehr muss, soweit es irgend möglich ist, auf die Schiene verlagert werden. Dazu sollten sowohl das Schienennetz ausgebaut als auch die Trassengebühren für Güterzüge gesenkt werden. Zudem sollten Gütertransportwege verkürzt werden – der Aufwand, der betrieben wird, um ein Gut von A nach B zu bringen, ist laut Umweltbundesamt in den letzten zehn Jahren statistisch gesehen um mehr als ein Viertel gewachsen (Zahlen zur Gütertransportintensität, S. 101). Eine wichtige Maßnahme wäre eine Prüfung, ob die LKW-Maut eine wünschenswerte Steuerungswirkung entfaltet. LKW-Langstrecken mit einer Länge von mehr als 300 Kilometern sollten drastisch verteuert werden.

Um Unfallquellen wie jene bei Hainichen zu entschärfen und Raserei zu ahnden, ist eine größere Polizeipräsenz auf den Autobahnen notwendig. In Sachsen zeigt sich allerdings erneut, wie der jahrelange Personalabbau die Sicherheitslage verschlechtert hat. Kleine Anfragen meines Kollegen Enrico Stange haben alarmierende Zahlen zutage gefördert. So sank die Zahl der Geschwindigkeitskontrollen auf sächsischen Straßen seit dem Jahr 2000 um mehr als 70 Prozent, die Zahl der Kontrollstunden ging um drei Viertel zurück. Zivile Polizeifahrzeuge mit ProVida-Videoüberwachung sind wesentlich seltener auf den Autobahnen unterwegs – die Zahl ihrer Kontrollstunden ist seit dem Jahr 2000 sogar um mehr als 80 Prozent zurückgegangen.

Quelle: Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag

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