Der Schifferverein Eberbach bietet Sportbootführerscheine an – Die Anlegestelle für das Schulungsboot „Navicula“ befindet sich in Lindach
Auf dem Neckar werden die Fahrstunden für den Sportführerschein mit dem Schulungsboot ‚Navicula‘ angeboten. Foto: Claus Kaiser
Von Claus Kaiser
Lindach/Zwingenberg. Muss man zum Erwerb eines Sportbootführerscheins an die Küste reisen? Dies fragten sich auch manche Teilnehmer aus dem vergangenen Vorbereitungskurs „Sportbootführerschein Binnen und See“.
Der Sommerurlaub an verschiedenen Gewässern sowie an der Küste Kroatiens machte Lust aufs Bootfahren. Vor einer Bootsfahrt wurde jedoch nach der Fahrerlaubnis gefragt. So kam es zu der Idee, den Bootsführerschein zu machen. Aber wo kann dieser Führerschein erworben werden? Ist hierfür eine weite Anreise an eine Küste bzw. an einen See notwendig?
Aber nein, es geht auch einfacher. In der Rhein-Neckar-Zeitung lasen einige Interessierte eine Mitteilung des Schiffervereins 1351 Eberbach, in der ein Vorbereitungskurs zum Erwerb des Sportbootführerscheins Binnen und im Anschluss See angeboten wurde.
Günter Emig, der im „normalen“ Leben an der Theodor-Frey-Schule in Eberbach unterrichtet, erging es ähnlich. Bei einem Urlaub in den 1990er-Jahren in Malcho an der mecklenburgischen Seenplatte fand er richtig Gefallen am Wassersport. Ein Gast in einem Kaffee meinte, dass dafür ein Bootsführerschein erforderlich sei. Nach seiner Rückkehr meldete er sich sofort zu einem Vorbereitungskurs bei Heinrich Staubitz vom Schifferverein Eberbach an und legte die Prüfung erfolgreich ab.
Ein Jahr später machte er in Warnemünde die schmerzliche Erfahrung, dass dieser Führerschein nicht auf einer Seeschifffahrtsstraße, sondern nur auf Binnengewässern gilt. Also kam der Seeschein hinzu, und nach einem Segeltörn folgte auch noch der Hochsegelschein. Seit 1995 bildet Günter Emig über den Schifferverein Eberbach gemeinsam mit Heinrich Staubitz, der für die Funkkurse zuständig ist, selbst aus.
Im Herbst 2014 kreuzten sich dann die Wege der neuen Kursteilnehmer und von Günter Emig. Beim Vorbereitungskurs zum Sportbootführerschein „Binnen“ saß man nach langer Zeit mal wieder auf der „Schulbank“. Verkehrs-, Schallzeichen und Lichterführung mussten gelernt werden, was dank der lebendigen und anschaulichen Vortragsweise von „Lehrer“ Günter Emig sowie manch witziger Eselsbrücke schnell im Gedächtnis der Kursteilnehmer haften blieb.
Bei der praktischen Ausbildung wurden das sichere Manövrieren eines Schiffes, „Mann über Bord“-Manöver und natürlich auch das sichere Anlegen ausführlich geübt. Ebenso lernte man das Neckartal vom Wasser aus kennen, was richtig Spaß machte.
Die Lust auf „Meer“ war geweckt, und nach der Prüfung „Binnen“ wurde sofort am Vorbereitungskurs „See“ teilgenommen und die Prüfung erfolgreich abgelegt. Die frisch getauften Sportbootführerschein-Neulinge waren von der Ausbildung total angetan und freuen sich schon jetzt darauf, in einem Sportboot – es muss nicht gleich das eigene sein – vor den Küsten auf unserer Erde zu kreuzen.
Der nächste Lehrgang beginnt am 24. Februar und findet immer dienstags und donnerstags um 19 Uhr in der Gaststätte „Schiff-Post“ in Zwingenberg statt. Die Fahrstunden werden auf dem Neckar mit dem Schulungsboot „Navicula“ (Anlegestelle in Lindach) erteilt. Auf Nachfrage wird ein praxisorientierter Einsteiger-Kurs (Sportbootzertifikat bis 15 PS) angeboten.
Das Schulungsangebot umfasst: Vorbereitungskurse zum Sportbootführerschein Binnen mit Antriebsmaschine und Segeln, Sportbootführerschein See und Vorbereitungskurse zum Sportküstenschifferschein SKS sowie UKW Sprechfunkzeugnis Binnen und See.
Gruppenkurse sowie Praxistraining werden auf Anfrage erteilt, und Schleusenfahrten werden nach den Kursen unternommen. Der Neckar bietet alle Möglichkeiten, um die praktische Ausbildung und Prüfung zum Sportbootführerschein abzulegen, sodass eine weite Anreise an die Küste oder einen Binnensee nicht erforderlich ist.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bootsfuehrerscheine-neckartal.de. Anmeldungen nehmen Helen Jung, Tel.: (0 62 71) 94 33 44 und Günter Emig, (0160) 476 42 10, entgegen.
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