Modellprojekt "Schutzstreifen außerorts" in Mecklenburg-Vorpommern

(BVP) Sicheres Radfahren muss insbesondere dort gewährleistet sein, wo Außerortsstraßen eine direkte Verbindung zwischen Orten darstellen. Jedoch kommt an vielen Strecken der Bau straßenbegleitender Radwege nicht in Frage, sei es aus technischen oder umweltrechtlichen Gründen. Auch die finanzielle Ausstattung verzögert den Bau von straßenbegleitenden Radwegen.

Um neue Lösungsansätze zu finden, nimmt das Land Mecklenburg-Vorpommern an einem bundesweiten Modellprojekt für Radfahrer teil. Es trägt den Titel "Modellversuch zur Abmarkierung von Schutzstreifen Außerorts und zur Untersuchung der Auswirkungen auf die Sicherheit und die Attraktivität im Radverkehrsnetz" und ist Teil des "Nationalen Radverkehrsplans 2020 - Den Radverkehr gemeinsam weiterentwickeln".

Weitere Modellstrecken befinden sich in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Die bundesweite Projektleitung liegt beim Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern. Kriterien für die Auswahl der Modellstrecken für den Versuch waren unter anderem ein Fahrbahnquerschnitt von bis zu 7,50 Meter Breite und eine relativ geringe Verkehrsbelastung (weniger als 4.000 Kfz/24 Stunden).

Als Teststrecken wurden im Land die gering frequentierten Kreisstraßen 41 und 42 im Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgewählt. Hier wurde die Fahrbahnmarkierung entfernt und für Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen ein Schutzstreifen von einem Meter Breite markiert.

Radfahrer nutzen künftig die markierten Streifen. Autofahrer nutzen die komplette mittlere Fahrbahn (Kernfahrbahn). Bei Gegenverkehr, vor Kurven und Kuppen dürfen sie auf den für Radfahrstreifen ausweichen. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 70 km/h begrenzt.

Quelle: regierung-mv.de