Südbahn erhalten / Grüne unterstützen Protestcamp in Lübz

Südbahn erhalten / Grüne unterstützen Protestcamp in Lübz

(BVP) Der Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Katz, wird am Wochenende am Protestcamp der Bürgerinitiative "ProSchiene Hagenow-Neustrelitz" in Lübz gegen die Teilstilllegung der Südbahn teilnehmen. Im Vorfeld der Protestaktion sagte Katz am Freitag (15. August 2014) in Schwerin:

"Mit dem Einstampfen der Südbahn schafft die Landesregierung überstürzt Tatsachen, noch bevor sie sich die Mühe gemacht hat, zunächst Optimierungspotenziale für die Strecke aufzuzeigen. Das Verkehrsministerium  argumentiert mit unzureichender Rentabilität der Strecke, versäumt es aber, sich produktiv mit den Gründen für sinkende Fahrgastzahlen auseinanderzusetzen. Wir warten seit zwei Jahren auf einen integrierten Landesverkehrsplan, der Leitlinien für eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Verkehrspolitik aufzeigt. Statt ihn vorzulegen, schrumpft die Landesregierung das Bahnangebot weiter. Wir werden uns mit allen verfügbaren Mitteln dagegen wehren, dass Entscheidungen, die sich so negativ auf die Zukunft einer ganzen Region auswirken, so leichtfüßig gefällt werden."

"Die Politik der Landesregierung, im Bahnverkehr vor allem die Hauptstrecken zu stützen und perspektivisch weitere Strecken im ländlichen Raum zu schließen, führt katastrophal in die Irre. Gerade in ländlichen Räumen sind überörtliche Verbindungen effektiv nur durch die Bahn zu gewährleisten. Busersatzverkehre sind erfahrungsgemäß der Anfang vom Ende einer öffentlichen Verkehrsverbindung. Das ist das genaue Gegenteil der im Landesraumentwicklungsplan geforderten 'innovativen Lösungsansätze' für die Mobilität in den ländlichen Räumen."

Mit Blick auf Berlin meint Katz: "Auch vom Bund erwarten wir ein deutliches Zeichen, dass die ländlichen Räume jenseits großer Ballungs- und Tourismuszentren ihm etwas wert sind. Flächenländer mit geringer Einwohnerdichte stehen vor besonderen Herausforderungen bei der Ausgestaltung eines zukunftsfähigen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Sie dürfen bei der Verteilung der Regionalisierungsmittel im Vergleich zu dicht besiedelten Regionen nicht benachteiligt werden. Erforderlich ist zudem  eine stärkere Dynamisierung der Mittel. Sie muss künftig zumindest gestiegene Personal- und Energiekosten abdecken. Die Landesregierung muss sich in der Verkehrsministerkonferenz gegen Ansprüche anderer Bundesländer auf größere Anteile an den Regionalisierungsmitteln entschieden zur Wehr setzen."

Bild: pixabay.com

Wera Pretzsch
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