Das Diesel-Problem und die Umweltbelastung

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Das Diesel-Problem und die Umweltbelastung pixabay.com
(BVP) Beim Dieselmotor handelt es sich immer noch um eine sparsame Alternative, mit der sich der Kraftstoffverbrauch wesentlich reduzieren lässt. Im Moment steht der Dieselmotor aber wieder im Mittelpunkt umwelt- und wirtschaftspolitischer Diskussionen.

Stickoxide belasten die Umwelt

Der Ursprung der aktuellen Debatten um Stickoxide, stellt ein Mahnschreiben der EU-Kommission dar. Die EU-Kommission kritisiert, dass Deutschland seine Verpflichtung zur Reinhaltung der Luft in Städten mehrfach nicht erfüllt habe. Um dieses Problem zu beheben, hat die EU-Kommission gleich mehrere Maßnahmen vorgeschlagen. So sollen beispielsweise Dieselfahrzeuge in bestimmten Stadtgebieten verboten werden, da insbesondere Dieselfahrzeuge die äußerst gesundheitsgefährdenden Stickoxide ausstoßen. In diesem Zusammenhang ist speziell vom NO2 die Rede, da es sich bei diesem Stoff um eine Vorstufe von Ozon handelt, die diverse Atemwegserkrankungen verursachen kann.

Bei diesen Vorwürfen hätten die Autohersteller darauf verweisen können, dass mit der Einführung der Euro-6-Norm eine neue Abgasnorm in Kraft getreten ist. Diese gilt seit Oktober 2014 für alle neuen Modellreihen und seit September 2015 für alle neu zugelassenen Kraftfahrzeuge. Mit der Einführung dieser Abgasnorm wurde die maximale Menge an Stickoxiden von bislang 180 auf 80 Milligramm verringert. Diese Werte liegen schon sehr nahe an Benzin-Motoren, bei denen der zulässige Grenzwert 60 Milligramm beträgt.

Ungenaue Abgasmessungen

Das große Problem ist jedoch, dass diese neuen Grenzwerte nicht unbedingt immer eingehalten werden. Eine entscheidende Rolle bei der Senkung von Schadstoffen in modernen Dieselmotoren kommt den sogenannten "SCR-Katalysatoren" zu. Bei diesen Katalysatoren werden die Abgase mit Ammoniak versehen, sodass durch eine chemische Reaktion der Anteil von NO und NO2 minimiert wird. Kürzlich wurden durch das "Council of Clean Transportation" Dieselfahrzeug einem ausführlichen Abgastest unterzogen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Im normalen Straßenverkehr werden die theoretischen Werte nicht eingehalten. Im Test wurden 15 unterschiedliche Dieselfahrzeuge, welche sowohl als Neuwagen als auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt erhältlich sind, über einen Zeitraum von 140 Stunden 6.400 Kilometer im normalen Straßenverkehr bewegt. Die getesteten Fahrzeuge erzeugten dabei im Durchschnitt sieben Mal mehr Stickstoff als es eigentlich vorgesehen ist.

Daher soll in Zukunft ein neues Verfahren zur Abgasmessung angewandt werden. Mit dem RDE-Verfahren, deren Umsetzung noch in diesem Jahr erfolgen soll, werden die Abgase im realen Fahrbetrieb gemessen. Denn ein Dieselmotor stößt insbesondere beim Beschleunigen und bei hohen Geschwindigkeiten weitaus mehr Schadstoffe aus als unter Laborbedingungen.

Neuen Technologien halten langsam Einzug

Bis sich neue Technologien wie der SCR-Katalysator durchsetzen, um einen spürbaren Effekt auf unsere Umwelt zu haben, wird es noch eine Weile dauern. Obwohl Fahrzeuge zwar eine relativ große Quelle von Stickoxiden darstellen, sind sie jedoch bei weitem nicht die einzige Ursache. Aktuellen Studien zufolge ist der gesamte Verkehr (PKWs, LKWs, Busse, Lokomotiven und Schiffe) in Europa für 46% der schädlichen NO- und NO2-Emissionen verantwortlich. Die restlichen 54 Prozent fallen auf die Energiewirtschaft, Industrie sowie Haushalte zurück.

Autobauer haben sich verpflichtet, bis zum Jahr 2021 bei neuen Modellreihen einen Grenzwert von maximal 95 Gramm CO2 / 100 Kilometer einzuhalten. Obwohl der CO2-Ausstoß zwischen 2009 und 2016 um 12,8% auf 134 Gramm pro gefahrenen Kilometer gesunken ist, meinen viele Experten, dass die geforderten Werte bis 2021 ohne den Diesel nicht zu schaffen sind. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die CO2-Emissionen auf Basis des Verbrauchs errechnet werden und ein Dieselfahrzeug verbraucht im Durchschnitt bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer Benziner.

Quelle: Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesVerkehrsPortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.