Zur Diskussion um die Stammbahntrasse erklärt die verkehrspolitische Sprecherin Anita Tack: Stammbahn mit vielen Potenzialen

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Zur Diskussion um die Stammbahntrasse erklärt die verkehrspolitische Sprecherin Anita Tack: Stammbahn mit vielen Potenzialen Anita Tack - landtag.brandenburg.de - Landtag Brandenburg
(BVP) Die Diskussion zur Wiederinbetriebnahme der Stammbahn wird intensiv und auch konträr geführt. Daher ist es nur folgerichtig, wenn die Kommunalvertreterinnen und -vertreter in Kleinmachnow Beschlüsse fassen, Vorkehrrungen für bessere Mobilitätsbedingungen in der Region treffen. Das Land wird mit dem Landesnahverkehrsplan 2018-22 auf der Grundlage der Korridoruntersuchungen die nötigen Entscheidungen für einen zukunftsfähigen Schienenregionalverkehr treffen. Dazu gehört auch die Stammbahn.

„Die konkreten Verhandlungen mit dem Land Berlin und mit der DB AG zur Stammbahn sollte das Infrastrukturministerium zügig führen. Meines Erachtens müssen die zahlreichen Potenziale, die die Stammbahn zur Verbesserung der Bahnverbindungen hat, genutzt werden -  insbesondere für die wachsende Zahl der Arbeitspendlerinnen und -pendler“, so Tack zu Einwänden gegen die Stammbahn.

Festgestellt wurde in den Unterlagen der Gemeinde Kleinmachnow, dass „die Wiederinbetriebnahme der Potsdamer (Stamm-)Bahn im Sinne einer weitsichtigen Planung für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf und den Metropolenraum Berlin-Brandenburg insgesamt von besonderer Bedeutung“ ist.

„Diese Sichtweise teile ich ausdrücklich. Fundierte und belastbare Entscheidungen sind jetzt vorzubereiten“, so Tack weiter.
 
Quelle: DIE LINKE. Fraktion im Landtag von Brandenburg

3 Kommentare

  • Tillmann Schmalenbeck

    Sehr geehrter Herr Petrasch,

    der Vergleich von Herrn Lemke dürfte sich auf die Fahrgastzahlen beziehen. Sowohl bei der NKU 2008, wie auch bei der jüngsten VBB Korridoruntersuchung lagen die prognostizierten Zugewinne für eine Regionalbahn auf der Stammbahn bei etwas über 3.000 Personen / Tag. Ein wirklicher Zuwachs gegenüber 2008 ist somit nicht zu erkennen. Gleichzeitig dürften die Baukosten massiv gestiegen sein - die NKU 2008 plante noch mit drei beschrankten Bahnübergängen in Düppel / Zehlendorf Süd, die nach heutigem Eisenbahnkreuzungsgesetz nicht mehr durchsetzbar wären. Die Kosten für die Stammbahn dürften somit nicht bei 175 Millionen (NKU 2008) verbleiben, sondern weit darüber hinaus gehen. Einzurechnen sind auch die Kosten für die Tunneleinfädelung an der Yorkstraße (ca. 25 Millionen), da diese ja mittlerweile von der Bahn an den Bund zurückerstattet wurden. Dieses würde die Bahn mit Sicherheit wieder zurückfordern.

    Warum also sollte die Stammbahn heute ein wirtschaftliches Ergebnis erbringen, nachdem sie 2008 nicht einmal knapp sondern eher krachend gescheitert ist? Grundsätzlich wird es daher spannend, wo die Länder diese Summen (300+ Millionen dürften nicht unwahrscheinlich sein) hernehmen. Eine Förderung durch BUND / EU dürfte sehr unwahrscheinlich sein.

    Wenn man wirklich nach einer machbaren Lösung für die Stammbahn als Regionalbahn sucht, sollte man sich auf das Bestandsgleis neben der S1 konzentrieren, das zwischen Wannsee und Lichterfelde bereits liegt und in Betrieb ist. Für den Regionalbahnbetrieb reicht dies völlig aus und die Länder die Kosten würden drastisch sinken. Für das gesparte Geld könnte dann z. B. die S25 verlängert werden, die Kleinmachnow Teltow und Stahnsdorf deutlich mehr bringt, als eine Stammbahn.

    Mit freundlichen Grüßen

    T. Schmalenbeck

    Tillmann Schmalenbeck Donnerstag, 06. Juli 2017 15:20 Kommentar-Link
  • Rudolf Petrasch

    Sehr geehrte Frau Tack. Zum Leserbrief von Herrn Lemke, möchte ich Stellung beziehen!

    Zitat Lemke:"Ja, sogar für Kleinmachnow gibt es keine Verbesserungen zu den schon vorhandenen, exzellenten Anbindungen."
    Meinen Sie mit „exzellenten Anbindungen“ die Busverbindungen? Die Stammbahn wäre eine deutliche Verbesserung. Kleinmachnow ist eine der größten Gemeinden ohne Bahnanschluss.
    Zitat Lemke:"Dies zeigen die Zahlen aus der NKU und der Korridoruntersuchung 2016/17."
    Dies ist sachlich falsch: eine NKU(Kosten-Nutzung-Untersuchung) hat es bei der Korridoruntersuchung 2016/2017 nicht gegeben!

    Zitat Lemke: "In der Region wurde die Rangfolge festgelegt, als erstes die S-Bahn in Stahnsdorf zu bauen."
    Dies ist sachlich falsch, nach letzter Beschlusslage 2013 sind S-Bahn und Stammbahn gleichwertig zu verfolgen.

    Zitat Lemke: "Geplant ist, dass es zwei zusätzliche Verbindungen pro Stunde von Werder nach Fürstenwalde geben wird und die RB Linien 21/22 durchgängig tagsüber von Berlin in Richtung Potsdam-Schönefeld und umgekehrt über die jetzige Stadtbahntrasse verkehren werden."
    Dies ist eine Ankündigungen von VBB und MIL in den Regionalkonferenzen, ohne Entlastungswirkung für die Stadtbahn-Trasse, sondern nur Verlängerung der Verstärkerfahrten, und somit keine Alternativen für die Fahrgäste aus Brandenburg/H., Werder/H. und Potsdam.
    Zitat Lemke: "Wo liegt dann wohl noch das Potential für die Stammbahn auf dem ehemaligen Todesstreifen?"
    Das Potential der Stammbahn auf der alten Trasse liegt in der Entlastungswirkung der Stadtbahn und der Generierung neuer Fahrgäste in Kleinmachnow, Zehlendorf, Steglitz und Schöneberg und damit weniger Autoverkehr im Südwesten von Berlin und damit bessere Luft!

    Mit freundlichen Grüßen
    Rudolf Petrasch

    Rudolf Petrasch Montag, 03. Juli 2017 08:34 Kommentar-Link
  • Jürgen Lemke

    Sehr geehrte Frau Tack, Sie werden sich nicht zufällig zu diesem zu diesem Zeitpunkt Thema gemeldet haben.
    Richtig ist, dass das Thema „Stammbahn“ in Kleinmachnow diskutiert wird. Den andern beiden Kommunen bringt die Stammbahn nichts. Ja, sogar für Kleinmachnow gibt es keine Verbesserungen zu den schon vorhandenen, exzellenten Anbindungen.
    Dies zeigen die Zahlen aus der NKU und der Korridoruntersuchung 2016/17. Diese Zahlen sind identisch. Bei der NKU ergab dies ein Wirtschaftlichkeitsfaktor von 0,67.
    Die Gemeinde wird von der Bevölkerung auch nicht wachsen, sondern sogar wieder zurückgehen (Herr Warnick, MAZ).
    In der Region wurde die Rangfolge festgelegt, als erstes die S-Bahn in Stahnsdorf.
    Wenn Sie die intensive und konträre Diskussion benennen, dann wird dies sicherlich auf die oberflächliche Erstellung des B-Planes zur Freihaltung der Trasse zurück zu führen sein.
    Geplant ist, dass es zwei zusätzliche Verbindungen a Stunde von Werder nach Fürstenwalde geben wird und die RB Linien 21/22 durchgängig tagsüber von Berlin in Richtung Potsdam-Schönefeld und umgekehrt über die jetzige Stadtbahntrasse verkehren werden. Hinzu kommt der überfällige zweigleisige Ausbau der S-Bahn zwischen Potsdam und Wannsee.
    Und, weitere Alternativen gibt es.
    Wo liegt dann wohl noch das Potential für die Stammbahn auf dem ehemaligen Todesstreifen?
    Ich erinnere mich an eine Veranstaltung Ihrer Partei, wo kommunale Vertreter eine Verbesserung des abgeschnittenen ÖPNV in vielen Regionen Brandenburgs erinnerten.
    Ich bin auch sehr gerne bereit als parteiloser Bürger und ohne Mitglied in einer Interessengemeinschaft zu diesem Thema persönlich mit Ihnen zu sprechen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jürgen Lemke

    Jürgen Lemke Sonntag, 18. Juni 2017 10:03 Kommentar-Link

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