Neue schwere Vorwürfe gegen Ryanair: Einsatz von illegalen Leiharbeitern in Deutschland – auch in Frankfurt? DIE LINKE fordert Aufklärung von Hessens Landesregierung

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Neue schwere Vorwürfe gegen Ryanair: Einsatz von illegalen Leiharbeitern in Deutschland – auch in Frankfurt? DIE LINKE fordert Aufklärung von Hessens Landesregierung Janine Wissler - linksfraktion-hessen.de - Foto Hanna Hoeft
(BVP) Heute wurden neue Vorwürfe gegen die Dumping-Fluggesellschaft Ryanair bekannt. Sie soll in Deutschland illegale Leiharbeiter als Kabinenpersonal eingesetzt und durch das Anlegen von detaillierten Krankheitsakten gegen deutsche Datenschutzbestimmungen verstoßen haben. Dazu erklärt Janine Wissler, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Die neuerlichen Vorwürfe gegen Ryanair wiegen sehr schwer und belegen erneut den ausbeuterischen Umgang der Airline mit ihren Beschäftigten. Wenn Leiharbeiter ohne in Deutschland gültige Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung eingesetzt werden, ist das nicht nur rechtswidrig und de facto Schwarzarbeit. Es setzt zudem auch die Arbeitsbedingungen in der ganzen Branche weiter unter Druck. Und wenn kranke Beschäftigte massiv eingeschüchtert werden, mit dem Ergebnis, dass sie krank den Dienst antreten, dann ist das sogar sicherheitsrelevant.“

Ryanair sei dafür berüchtigt, geltendes Recht bis zum Maximum auszureizen – und immer wieder auch darüber hinaus. Auf Mensch und Umwelt werde keinerlei Rücksicht genommen, wenn das den Geschäften im Wege stehe, so Wissler. Das Ködern dieser Fluggesellschaft nach Frankfurt durch finanzielle Anreize und organisatorisches Entgegenkommen sei einer der schwerwiegendsten Fehler in der Geschichte des Flughafens gewesen. Und das mit dem Segen des grün geführten Verkehrsministeriums, das die Rabatte auch noch genehmigt habe.

Wissler: „Offensichtlich ist auch, dass die Kontrollbehörden hier drastisch versagt haben. Leiharbeiter ohne gültige Genehmigung einzusetzen, ist ein Verstoß gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, der mindestens geahndet, aber an sich rechtzeitig verhindert gehört. Hier fordern wir auch Aufklärung von der Landesregierung – insbesondere auf die Frage, ob diese illegalen Praktiken auch in Frankfurt stattfanden.

Für DIE LINKE ist klar: Arbeitnehmerüberlassungen müssen streng kontrolliert werden, solange Leiharbeit nicht verboten wird. Denn diese Auswüchse zeigen erneut, welche Folgen ein deregulierter Arbeitsmarkt hat: Ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, in denen Arbeitnehmer Willkür und Repression ausgesetzt sind. DIE LINKE fordert schon lange das Verbot von Leiharbeit und sachgrundlosen Befristungen.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag

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