GRÜNE: Schiffsverkehr muss umweltfreundlicher werden

GRÜNE: Schiffsverkehr muss umweltfreundlicher werden Johann Georg Jaeger - landtag-mv.de
(BVP) Zur NDR-Berichterstattung zu Kreuzfahrt-Abgasen äußert sich der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Johann-Georg Jaeger: "Um Schiffsemissionen zu mindern, verwenden Kreuzfahrtschiffe in Nord- und Ostsee seit 2015 anstelle von Schweröl vielfach den 'schwefelärmeren' Marinediesel. Dieser enthält jedoch noch hundert mal mehr Schwefelanteile als der Diesel an der Tankstelle um die Ecke. Derzeit fahren nur wenige Kreuzfahrtschiffe mit Erdgas – dieser Treibstoff könnte aber bei neuen Schiffen mindestens während der Liegezeit im Hafen verwendet werden, um die Belastungen in den Küsten- und Badeorten wirksam zu verringern. Wünschenswert wäre der generelle Betrieb mit LNG (verflüssigtes Erdgas).

Die Hansestadt Rostock müsste als einer der beliebtesten Kreuzfahrthäfen im Land in Zusammenarbeit mit dem dort ansässigen Unternehmen 'Aida Cruises' eine Vorreiterrolle beim Thema Verwendung von LNG übernehmen."

Hintergrund:
Zur Reduzierung von Emissionen sind Reeder seit dem 1. Januar 2015 verpflichtet, ihre Frachter mit geringschwefeligen Brennstoffen zu fahren oder Abgasnachbehandlungssysteme zu installieren. Dabei soll ein maximaler Schwefelanteil von 0,1 Prozent  nicht überschritten werden. In Europa zählen die Nord- und Ostsee wie auch der Ärmelkanal zu diesen Gebieten. Der in Schiffsbrennstoffen zulässige Schwefelgehalt hatte zuvor 1,0 Prozent betragen. Weltweit soll den IMO-Vorschriften zufolge der maximal zulässige Schwefelgehalt in Brennstoffen im Jahr 2020 von derzeit 3,5 auf 0,5 Prozent gesenkt werden. Die Einhaltung dieser Grenzwerte wird zum einen durch den Antrieb mit dem gering schwefeligen, flüssigen Brennstoff Marine Gasoil (MGO) möglich, zum anderen durch den Einsatz von LNG (Liquefied Natural Gas) oder durch den Einbau von Abgasnachbehandlungssystemen, sogenannter Scrubber, welche weiterhin die Nutzung von Schweröl zulassen.
 
Quelle: gruene-fraktion-mv.de