Bahn: Service-Angebote nicht ausbluten lassen, Fernverkehrsverbindungen stärken

(BVP) Zur voraussichtlichen Streichung von 40 Stellen bei der Deutschen Bahn im Saarland und einer möglichen Schließung des Abo-Centers in Saarbrücken erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich:

„Nachdem die Bahn dem Fernverkehr im Saarland bereits einen Tod auf Raten verordnet hat, scheint man nun auch die Service-Angebote ausbluten zu lassen. Das Abo-Center in Saarbrücken stellt eine wichtige Anlaufstelle für alle Bahnkundinnen und -kunden dar, die sich über Tarife und Angebote informieren möchten. Dort werden sie bei Fragen von kompetenten Mitarbeitern betreut. Ein solches Vor-Ort-Serviceangebot vorzuhalten, ist vor allem für ältere Menschen entscheidend, die sich entsprechende Informationen nicht ohne Weiteres aus dem Internet besorgen können oder etwa Schwierigkeiten mit der Bedienung von Fahrtkartenautomaten haben.

Wir fordern daher von der Landesregierung, in Kooperation mit dem Bund umgehend Gespräche mit der Deutschen Bahn aufzunehmen und sicherzustellen, dass auf den geplanten Stellenabbau im Saarland und auf die Schließung des Abo-Centers verzichtet wird. Darüber hinaus muss sich die Landesregierung endlich dafür einsetzen, dass Fernverkehrsverbindungen für das Saarland konsequent ausgebaut werden.

Die Zusage der Bahn, dass bis zum Jahr 2029 sieben Zugpaare im Fernverkehr erhalten bleiben, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass uns schnelle Anbindungen an entferntere deutsche Großstädte fehlen. Besonders Strecken in Richtung Ruhrpott, Berlin und Dresden bleiben entweder schlecht verbunden oder sogar ungenutzt. Die Landesregierung darf nicht akzeptieren, dass die Bahn mit ihrem neuen Fernverkehrskonzept das Verkehrsvolumen um ein Viertel erhöht und für das Saarland lediglich eine einzige zusätzliche Verbindung Richtung Bodensee abfallen soll, die zudem erst im Jahr 2029 kommen soll. Eine gute Fernverkehrsanbindung ist für das Saarland aus wirtschaftlicher und touristischer Sicht unabdingbar.

Darüber hinaus fordern wir von der Landesregierung, sich in Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz mit Nachdruck für eine Reaktivierung der S-Bahn-Linie Homburg-Zweibrücken einzusetzen. Da seit letztem Donnerstag die Höhe der künftigen Regionalisierungsmittel seitens des Bundes feststeht, stehen die Chancen für erfolgreiche Verhandlungen besser denn je. Die Strecke zwischen Homburg und Zweibrücken ist besonders für Berufspendler bedeutsam, die in der S-Bahn-Verbindung eine schnelle und umweltfreundliche Alternative zum Individualverkehr finden würden.“

Quelle: gruene-fraktion-saar.de