ÖPNV im Saarland braucht grundlegende Reform – Tarifanhebungen vergraulen Fahrgäste

(BVP) Der saarländische Verkehrsverbund (saarVV) hat für Januar 2016 eine Erhöhung der Fahrpreise angekündigt. Hierzu erklärt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Alle Jahre wieder: So scheint das Motto des saarVV beim Thema Ticketpreiserhöhung zu lauten. Wie jetzt bekannt wurde, sollen die Preise ab Januar um durchschnittlich 2,92 Prozent steigen. Ein weiterer Rückgang der Fahrgastzahlen dürfte damit vorprogrammiert sein. Mit dieser verfehlten Preispolitik ist der saarVV auf dem besten Weg, den ÖPNV im Saarland endgültig aufs Abstellgleis zu befördern.

Die Landesregierung darf diese fatale Entwicklung nicht länger hinnehmen. Die Saarländerinnen und Saarländer müssen in Bus und Bahn endlich eine echte Alternative zum Individualverkehr finden. Ein gut ausgelasteter ÖPNV bedeutet letztlich auch, deutlich weniger Autos auf der Straße zu haben, was einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Doch dazu muss die Landesregierung endlich ihre seit Jahren angekündigte Strukturreform des ÖPNV auf den Weg bringen. Wir brauchen statt eines reinen Tarifverbunds einen echten Verkehrsverbund mit übergeordneter Planung. Es kann nicht sein, dass das Saarland ähnlich viele Mittel in den ÖPNV wie strukturell vergleichbare Regionen investiert, die Fahrgastzahlen im Vergleich jedoch miserabel und die Fahrpreise unverhältnismäßig hoch sind.

Wir fordern daher, den Zweckverband Personennahverkehr Saar (ZPS) grundlegend zu reformieren. In ihm müssen sich künftig Land, Kreise und Kommunen zusammenschließen und gemeinsam über die Verteilung der Finanzmittel und die Verkehrsplanung entscheiden. Nur dadurch wird das Saarland bei gleichem Mitteleinsatz wie bisher einen leistungsfähigen ÖPNV mit fairen Fahrpreisen gewährleisten können.“

Quelle: gruene-fraktion-saar.de