Weitere hohe Millionenbeträge fließen in die Sanierung von Brücken

Weitere hohe Millionenbeträge fließen in die Sanierung von Brücken

(BVP) Die Erneuerung von Brücken bleibt im Saarland auf Jahre hinaus eine vorrangige Aufgabe. Verkehrsministerin Anke Rehlinger sagte vor der Presse: „Es ist absehbar, dass der Instandsetzungsbedarf in den nächsten Jahren noch steigt.“ Der Anteil der Brückensanierung am Gesamtaufwand für die Straßeninfrastruktur („Erhaltungsmittel“) solle deshalb wachsen, orientiert am tatsächlichen Bedarf: „Wir liegen bei einem Drittel, ich möchte 40 Prozent erreichen.“

Erhaltungsmittel steigen

Die Erhaltungsmittel für Autobahnen und Bundesstraßen wurden in den letzten Jahren deutlich angehoben. Sie lagen im Saarland 2011 bei 38,5 Mio. Euro, in diesem Jahr sind es voraussichtlich 70 Mio. Euro, im kommenden Jahr sollen es rund 76 Mio. Euro sein. Die Neubaumittel wurden dagegen zurückgefahren. Bis zum Jahr 2019 werden nach heutigem Stand die Erhaltungsmittel auf 85 Mio. Euro steigen.

Damit die anstehenden Projekte an Bundesfernstraßen zügig vorbereitet und umgesetzt werden können, sind in diesem und im nächsten Jahr Landesmittel für die Planung und Bauaufsicht von jeweils 4,75 Mio. Euro vorgesehen.

„Die Erhaltungsmittel komplett zu verbauen, ist eine große Herausforderung, nicht nur für den Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) und die ausführenden Baufirmen, sondern auch für die Verkehrsteilnehmer, die viele gleichzeitig eingerichtete Baustellen durchaus als Belastung empfinden“, so Ministerin Rehlinger.

Ein Betrag von 80 Mio. Euro werde aber allein in die geplanten Großprojekte Illtalbrücke, Grumbachtalbrücke, Ellbachtalbrücke und Saarbrücke im Autobahndreieck Saarlouis investiert.

Schonende Baustellenplanung

Mit Rücksicht auf die Belastung des saarländischen Straßennetzes konzentriert der LfS Bauarbeiten auf Wochenend- und Ferienzeiten, wo immer es geht. Dann ist das Verkehrsaufkommen spürbar geringer als an normalen Werktagen. Es hat sich in der Praxis auch bewährt, durch Vollsperrungen eine kürzere Bauzeit zu erreichen.

Besondere Altersstruktur, besondere Lasten

Im Saarland gibt es 1.078 Brücken, mehr als die Hälfte von ihnen sind in der Verantwortung des Bundes. Drei von vier Brücken im Saarland sind vor 1980 gebaut worden, viele stammen sogar von Anfang der 60-er Jahre. Die besondere Altersstruktur führe im Ländervergleich bei der Zustandsbewertung zwangsläufig zu Verzerrungen. Es komme nun darauf an, „mit den vorhandenen finanziellen und personellen Spielräumen möglichst viel für die Qualitätssicherung zu erreichen“, so die Ministerin.

Dass im Saarland heute viele Brücken instandsetzungsreif sind, verstärkt oder ersetzt werden müssen, hänge auch damit zusammen, „dass sich wegen der zentralen Lage in Europa unsere Autobahnen zu internationalen Transitrouten mit viel Schwerlastverkehr entwickelt haben“, stellt Ministerin Rehlinger fest. Die Beförderungsleistung der Schwertransporter in Tonnenkilometer stieg von 1980 bis 2010 um 550 Prozent.

Im Übrigen wirkten sich die Umweltbedingungen und der Winterdienst negativ auf die Bauwerkssubstanz aus, argumentiert der LfS. Diese Problematik sei in der Vergangenheit durch Erneuerung und Überarbeitung der technischen Vorschriften aber entschärft worden. Zum Beispiel sei die vorgeschriebene Betondeckung für die Stahlbewehrung um mindestens 2 cm erhöht worden. Baumängel spielten jedoch für den Instandsetzungsbedarf aus der Sicht der Fachbehörde eine eher untergeordnete Rolle: „Die regelmäßige und strenge Bauüberwachung stellt das sicher.“

Aufstockung des Personals

Es sei richtig gewesen, nach dem Regierungswechsel 2012 für zusätzliche Ingenieursstellen beim LfS zu sorgen: „Nur so können wir die Arbeiten beschleunigen.“ Nach der Einarbeitung konnten vier Bauingenieure ab 2013 die Nachrechnung und die Bestandsaufnahme der Brücken vorantreiben. Heute sind sie in Planung, Ausschreibungen, Bauaufsicht und Bauvorbereitung eingebunden.

Der LfS sei mit Engagement und hoher Effizienz am Werk. Da Planung und Umsetzung sich wegen rechtlicher Voraussetzungen zum Teil über Jahre hinziehen, werde immer an vielen Projekten gleichzeitig gearbeitet, was auch für den Landesbetrieb eine organisatorische Herausforderung darstelle. Die Ministerin will deshalb die Arbeitsbedingungen insbesondere für die aufwändigen Genehmigungsverfahren noch weiter verbessern. Organisatorische Veränderungen beim LfS leisteten dazu bereits einen wesentlichen Beitrag. Im Übrigen gehe es in enger Absprache mit dem Umweltministerium darum, an Planfeststellungen und Genehmigungsprozesse gemeinsam und nicht nacheinander heranzugehen, um Zeit zu gewinnen. Über die Option zusätzlicher Stellen für diesen Bereich werde bei den anstehenden Haushaltsberatungen zu reden sein.

Zurzeit werden im Saarland folgende Plangenehmigungsverfahren im Brückenbau (Ersatzneubau) durchgeführt:
•    Illtalbrücke im Zuge der A1 – mit einem Beschluss wird noch 2015 gerechnet.
•    Grumbachtalbrücke im Zuge der A6 – Vorprüfung der Unterlagen zur Einleitung des Plangenehmigungsverfahrens.

In der Zeit der Vorgängerregierung wurde kein Baurechtsverfahren im Bereich der Brückenerhaltung (Ersatzneubau) durchgeführt.

Auftragsverwaltung erhalten

Überlegungen auf Bundesebene, die bisherige Auftragsverwaltung bei Straßenbau und -unterhaltung abzuschaffen („Bundesautobahngesellschaft“), erteilte Ministerin Rehlinger eine Absage: „Die Verkehrsminister sind sich einig darin, dass auch wegen der kurzen Wege und des regionalen Know-hows das bewährte System erhalten und verbessert werden soll.“

Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen im Saarland

Was wurde/wird saniert? Was ist geplant?

Abgeschlossene Projekte:
•    Instandsetzung und Verstärkung des Bauwerks im Zuge der B51 in Völklingen (abgeschlossen 2015)
•    Instandsetzung und Verstärkung der Mettnicher Talbrücke im Zuge der A1 bei Primstal (Verstärkung und Fahrbahnbereich 2014 abgeschlossen)
•    B41 – A623 Johannisbrücke –Saarbrücken Rodenhof (Instandsetzung und Verstärkung 2013/2014)

Im Bau:
Ersatzneubau des Bauwerks über den Schwarzbach im Zuge der A8 bei Ingweiler, Bauvolumen rund 7 Mio. Euro, das BW wurde als Notmaßnahme unterstützt
•    Talbrücke Großenbruch im Zuge der A8 bei Spiesen, grundhafte Instandsetzung, Bauvolumen rund 5 Mio. Euro
•    Instandsetzung und Verstärkung der Mettnicher Talbrücke im Zuge der A1 bei Primstal (Instandsetzung Unterseite 2015/16, Bauvolumen mit Verstärkung und Überbau 7 Mio. Euro)
•    Saartalbrücke im Zuge der A6 bei Güdingen – Fahrbahnerneuerung

In Planung (Auswahl):
•    Ersatzneubau der Grumbachtalbrücke im Zuge der A6 bei Sengscheid - geschätzte Kosten: rund 45 Mio. Euro (aktuell geänderte Verkehrsführung wegen eines Brückenschadens)
•    Ersatzneubau der Saarbrücke im Zuge der A8 am AD Saarlouis bei Roden, (geschätzte Kosten 20 Mio. Euro)
•    Ersatzneubau Richtungsfahrbahn Saarbrücken der Illtalbrücke im Zuge der A1 bei Eppelborn/Dirmingen (geschätzte Kosten 10 Mio. Euro) (zurzeit Baurechtsverfahren)
•    Brücke über eine Bahnstrecke im Zuge der A620 zwischen Wehrden und Wadgassen (Verstärkung)
•    Ellbachtalbrücke im Zuge der A8 bei Saarwellingen, Instandsetzung und Pfeilerkopfverstärkung 2015/16, (geschätzte Kosten 5 Mio. Euro)

Nachgerechnet mit dem Ergebnis, dass nicht verstärkt werden muss:
•    Bischmisheimer Talbrücke im Zuge der A6
•    Primstalbrücke im Zuge der A1 bei Nonnweiler

Bild: Anke Rehlinger / saarland.de ( Dirk Guldner

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