BAW - Fluglärm: Reformationsbedarf. Pecunia nervus rerum – Geld ist der Nerv aller Dinge

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BAW - Fluglärm: Reformationsbedarf. Pecunia nervus rerum – Geld ist der Nerv aller Dinge pixabay.com
(BVP) Die aktuelle Umsetzung der seit Jahrzehnten bestehenden Schutzbestimmungen für die Bevölkerung vor vermeidbarem – und damit einhergehend unzumutbarem – Fluglärm (z.B. Nachtflugbeschränkungen und Bahnbenutzungsregeln) am „Helmut Schmidt-Airport“ verfehlt ihr Ziel um Längen. Es gibt kaum einen Betriebstag, an dem der letzte Flieger regelkonform spätestens um 23 Uhr gestartet oder gelandet ist. Außerdem wird in der Stunde zuvor (ebenso wie in der ersten Betriebsstunde) die geltende Bahnbenutzungsregelung nahezu in Gänze außer Kraft gesetzt. All dies geschieht wissentlich vor den Augen der Genehmigungs- und Kontrollbehörden (BWVI und BUE), ohne dass hinreichend eingegriffen wird …

Weder freiwillige Selbstverpflichtungen („Pünktlichkeitsoffensive“) noch die novellierte Entgeltordnung haben es vermocht, das bestehende Belastungsübermaß spür- und messbar zu reduzieren. Andererseits wird jeder Passagierrekord großspurig gefeiert, als ob es keine direkte oder zumindest indirekte Beziehung von Passagieraufkommen, Flugbewegungsanzahl, Fluglärm und Grad der Regelmissachtung gäbe.

Wie passt dies zusammen mit dem Appell der Hamburgischen Bürgerschaft an den Senat „eine sehr strenge Einhaltung der Betriebszeiten sicherzustellen und gegenüber den Fluglinien auf eine weitere Reduzierung der Verspätungen und Ausnahmen hinzuwirken“?

„Mit Geld lässt sich bis in die heutige Zeit scheinbar alles regeln: Wird die Nachtflugbeschränkung durch eine Fluggesellschaft umgangen, reicht ein bisschen Ablass (zeitabhängige Start- und Landeentgelte) an den kommerziellen Flughafenbetreiber und schon wird die (angebliche) Unvermeidbarkeit durch die aufsichtführende Behörde – in Vertretung der Haupteigentümerin und damit verbunden der monetären Empfängerin des Ablasses – attestiert. Mittelalter und Spaßgesellschaft Hand in Hand. Pecunia nervus rerum – Geld ist der Nerv aller Dinge“, resümiert Martin Mosel, Sprecher der BAW | Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein zum heutigen Reformationstag fest.

Quelle: BAW | Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein

1 Kommentar

  • wekl

    Guter und treffender Artikel.
    Ergänzend hinzuzufügen ist, dass Verantwortliche in der Politik offenbar keinerlei Gefühl für die Probleme der Bürger entwickeln. Die meines Erachtens überbewertete Wirtschaftlichkeit geht immer vor dem Schutz der betroffenen Bürger. Zudem wird immer wieder der Komfort eines innerstädtischen Flughafens, aber um welchen Preis!
    Da macht man sich lieber sorge um zweifelhafte Diesel fahrverbote, der Lärmschutz bleibt beim Flugverkehr aber das Stiefkind.

    wekl Freitag, 03. November 2017 18:22 Kommentar-Link

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