Flughafen Frankfurt: Aktiver Schallschutz stößt an seine Grenzen – Steigerung um 60.000 zusätzliche Flüge pro Jahr erwartet

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Flughafen Frankfurt: Aktiver Schallschutz stößt an seine Grenzen – Steigerung um 60.000 zusätzliche Flüge pro Jahr erwartet Hermann Schaus - linksfraktion-hessen.de - Foto Hanna Hoeft
(BVP) Anlässlich der heutigen Vorstellung eines Konzeptes zum aktiven Schallschutz im Umfeld des Flughafens Rhein-Main durch die Expertengruppe ExpASS erklärt Hermann Schaus, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und Mitglied im Konvent des Forums Flughafen und Region: „Die vielen Daten und Zahlen, die eine Expertengruppe zum aktiven Schallschutz heute der Bevölkerung um den Frankfurter Flughafen vorgestellt hat, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch alle technischen und organisatorischen Maßnahmen derzeit nur eine Lärmminderung von maximal sechs Prozent möglich ist. Bei der Gestaltung veränderter An- und Abflugrouten und Verfahren gibt es zudem Gewinner und Verlierer. So führt beispielsweise eine Entlastung in Darmstadt-Arheilgen zu einer zusätzlichen Lärmbelastung in Erzhausen und Darmstadt-Wixhausen. Sollten die Flugbewegungen durch weitere Billigflieger weiter zunehmen, dann entsteht selbst bei vollständiger Umsetzung aller angekündigter Maßnahmen noch mehr Fluglärm als derzeit!“

Die von der Expertenkommission vorgestellten technischen Einrichtungen zum genaueren An- und Abflug (GBAS) seien zudem, selbst nach deren eigenen Angaben, derzeit nur in fünf bis zehn Prozent der Flugzeuge vorhanden. Eine hundertprozentige Ausstattung aller Flugzeuge stehe aber in den Sternen, so Schaus. Wann dieser minimal mögliche Lärmschutz erreicht werde, könne also heute noch niemand abschätzen.

„Die Expertengruppe geht zudem von einer Steigerung der jährlichen Flugbewegungen um 13 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre aus. Das sind über 60.000 Flugbewegungen mehr! Sollten die Flugbewegungen aber noch darüber hinaus steigen, dann fressen sie sogar die vorgestellten Lärmschutzmaßnahmen auf. Aktiver Lärmschutz ist deshalb nur durch eine Reduzierung der Flugbewegungen auf maximal 380.000 pro Jahr und durch ein Start- und Landeverbot von 22 bis 6 Uhr möglich!“

Quelle: Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag

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