Minister Lies: „Lang-LKW nicht vorzeitig totreden"

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Minister Lies: „Lang-LKW nicht vorzeitig totreden" Olaf Lies - olaf-lies.de - Thiemo Jentsch
(BVP) Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies hat davor gewarnt, den bundesweiten Feldversuch mit Lang-LKW „vorzeitig totzureden". Lies bezieht sich damit konkret auf öffentliche Äußerungen des SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Burkert, den Vorsitzenden des Bundestagsverkehrsausschusses.

Lies sagte heute wörtlich in Hannover:
„Bei dem bundesweiten Feldversuch, der seit 2012 läuft, erwarte ich zum Abschluss Ende dieses Jahres ein durchaus positives Ergebnis. Unsere Erfahrungen in Niedersachsen sind jedenfalls gut. Durch die größeren Fahrzeuge lassen sich Fahrten einsparen, das wirkt sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Bilanz aus.

Es haben sich nach unseren bisherigen Erkenntnissen nicht die mitunter behaupteten Sicherheitsprobleme ergeben. Die Problematik enger Kreisverkehre lässt sich durch eine kluge Routenplanung lösen. Außerdem müssen die Lang-Lkw laut Gesetz so ausgerüstet sein, dass sie normale Kurven und Kreisverkehre bewältigen. Das funktioniert zum Beispiel mit beweglichen Achsen. Wichtig ist für die öffentliche Diskussion: Die Lang-LKW fahren nicht, wo sie wollen. Die geeigneten Routen sind vorab verbindlich festgelegt. Ich wundere mich unter dem Strich überhaupt nicht darüber, dass sich Logistiker fast durchweg für den Lang-LKW aussprechen. Ich wundere mich aber sehr über eine frühzeitige Festlegung der Kritiker aus den Reihen des Bundestages.

Ich weise in diesem Zusammenhang auf folgende Punkte hin:

1. Durch den Lang-LKW wird es nicht zur immer wieder befürchteten Verlagerung von Gütern von der Bahn auf die Straße kommen. Dort wo die Lang-LKW fahren, ist die Option Bahn in der Regel gar nicht vorhanden bzw. die Schiene ist leider allzu oft keine wirkliche Alternative.

2. Die Lang-LKW sind zwar länger, aber nicht schwerer als die großen herkömmlichen Lkws. Dabei muss es auch bleiben. Das maximal zulässige Gesamtgewicht wird nicht erhöht. Ideal geeignet sind die Lang-LKW für den Transsport von Material mit großen Volumina, aber geringem Gewicht: unter anderem Dämmstoffe, Paketsendungen oder auch Frischwaren. Damit reduzieren wir beispielsweise die notwendigen Transporte mit drei LKWs auf zwei. Insofern geht es nicht um zusätzliche Belastung unserer Straßen und Brücken, sondern eher sogar um eine Entlastung durch die geringere Achslast.

3. Eine kluge Verkehrspolitik zielt darauf ab, bei allen Verkehrsträgern das Beste herauszuholen. Wir werden uns daher für die Schiene und die Binnenwasserstraßen genauso engagieren wie für die Straße. Aber es gibt eben auch noch Optimierungspotential bei der Straße. Unser Ziel ist vor allem auch eine kluge Vernetzung der Verkehrsträger, zum Beispiel in Güterverkehrszentren wie Lehrte.

4. Wir sollten daher erst einmal das endgültige Ergebnis des Feldversuches abwarten und dann entscheiden. Es ist unklug, sich jetzt schon jetzt festzulegen und sich damit sinnvolle Wege zu verbauen. Niedersachsen ist und bleibt das logistische Herz Europas. Ich will für Niedersachsen auf jeden Fall Wege offenhalten, den Feldversuch entweder fortzusetzen oder sogar schon den Lang-LKW in den Regelbetrieb zu übernehmen."

Quelle: mw.niedersachsen.de

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